Fünf Fragen an Oliver Fuhrer

Fünf Fragen an Oliver Fuhrer

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/12
4. Dezember 2016 -  Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und das Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) sind die Gewinner des Swiss ICT Award 2016. Stellvertretend für das Projektteam stellt sich Oliver ­Fuhrer hier unseren "Fünf Fragen".
Fünf Fragen an Oliver Fuhrer
Dr. Oliver Fuhrer ist beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz tätig. Seinen Abschluss in Atmo­sphärenphysik erhielt er an der ETH Zürich. Er arbeitet als Teamleiter für die Weiter­entwicklung der numerischen Wettervorhersagemodelle. (Quelle: MeteoSchweiz)
1. Herzliche Gratulation zum Swiss ICT Award 2016! Wie sind Sie in die IT-Welt gekommen?
Das war 1983, als mein Vater meinem Bruder und mir von einer Geschäftsreise in England einen ZX81 von Sinclair Research mit nach Hause gebracht hat. Dieser Heimcomputer hatte 1 KB Hauptspeicher, programmiert wurde er in BASIC, Programme wurden auf dem Kassettenrekorder gespeichert, und als Bildschirm fungierte der Fernseher zu Hause. Mir hat diese Maschine eine neue Welt eröffnet. Heute wäre das Äquivalent wohl ein Raspberry Pi.


2. Was freut oder ärgert Sie am meisten an der Branche?
Die IT-Branche ist von einer extrem grossen Schnelllebigkeit geprägt und erfindet sich in vielen Bereichen immer wieder neu. In diesem Umfeld einerseits robuste, sichere und kostengünstige Services anzubieten, andererseits innovativ und agil neue Lösungen zu entwickeln und schnell und skalierbar einzuführen, kann eine grosse Herausforderung für Unternehmen sein. Dass dieser Spagat immer wieder mal erfolgreich gelingt, freut mich sehr.

3. Was war bei Ihrem Sieger-Projekt die grösste Herausforderung? Gibt es ein spezielles Erlebnis während der Umsetzung?
Wir waren ein grosses, interdisziplinäres Team von Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund, eine Hälfte vom Schweizerischen Hochleistungsrechenzentrum in Lugano und die andere Hälfte vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz in Zürich. Während der ganzen Dauer des Projektes war sehr viel Erklärungsarbeit nötig, damit wir auf ein gemeinsames Ziel hinsteuern konnten. Ein besonderes Ereignis war sicher der Tag, an dem wir den definitiven Entscheid gefällt haben, auf eine Rechnerarchitektur mit Grafikprozessoren zu setzen.
4. Die Digitalisierung betrifft heute die gesamte Gesellschaft. Welchen Aspekt finden Sie besonders spannend?
Die Digitalisierung steckt in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen. Zudem übergeben wir als Gesellschaft die Verantwortung des Themas gerne an Firmen wie Facebook und Google. Doch das «Internet der Dinge» und künstliche Intelligenz werden unser Leben in Zukunft in noch nie dagewesener Weise verändern und bestimmen. Die aktive Auseinandersetzung mit dieser Thematik und den damit verbundenen ethischen Fragestellungen finde ich sehr spannend. Wie wollen wir das würdige Menschsein in der digitalen Zukunft gestalten?

5. Welcher Internetpionier oder welche ICT-­Unternehmerin hat Sie bisher am meisten inspiriert und warum?
Eine Person, die mich inspiriert hat ist Prof. Anton Gunzinger, Gründer und Mitglied der Geschäftsleitung der Supercomputing Systems AG in Zürich. Sein Engagement und Interesse für Menschen, Innovation, Kultur und Nachhaltigkeit haben sein Unternehmen geprägt und machen es in meinen Augen einmalig.
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