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Swiss made ­Spracherkennung

Swiss made ­Spracherkennung

Swiss made ­Spracherkennung

(Quelle: Recapp)
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/01
Seite 1
4. Februar 2017 -  Von Christian Walter, Swiss Made Software

Anders als Google, Amazon und Apple bietet Recapp Spracherkennung mit Branchenfokus an. Die Lösung des Walliser Start-up versteht ausserdem Mundart.
Das gesprochene Wort in ein Schriftstück und gleichzeitig Mundart in Hochdeutsch übertragen, das ist das Metier des Start-ups Recapp aus Martigny. Das Unternehmen positioniert sich damit im dynamischen Spracherkennungsumfeld neben Grössen wie Apple, Google oder Amazon. Für Gründer David Imseng sind diese schillernden Namen mit ihren Horden von Entwicklern und Milliardenbudgets aber nur bedingt Konkurrenten. "Wir konzentrieren uns klar auf bestimmte Marktsegmente. Das gibt uns ein Alleinstellungsmerkmal", meint Imseng.

Im Parlament im Einsatz

So fokussiert Recapp zurzeit auf Parlamente und ist damit schon in den Kantonen Wallis und Schaffhausen im Einsatz. Das Walliser Beispiel zeigt die Qualitäten des Start-ups: "Siri hat heute noch Probleme bei der Kontaktsuche, wenn Vor- und Nachname aus zwei verschiedenen Sprachregionen kommen. Und das ist noch einfach, verglichen mit dem Umschalten zwischen Deutsch und Französisch von Redner zu Redner, wie das im Walliser Parlament normal ist", so Imseng. Für Recapp ist das kein Problem. Die Software transkribiert die kompletten Sitzungen. Dabei liegt die Qualität der Spracherkennung bei 90 bis 95 Prozent. Das heisst: Jedes zehnte bis zwanzigste Wort muss anschliessend von einer der Parlamentssekretärinnen korrigiert werden. "Die Damen waren begeistert, denn es ist eine enorme Arbeitserleichterung", so Imseng. Aber das wäre nur ein bedingter Erfolg, wenn die Software nicht auch in der Lage wäre, das Transkript mit Satzzeichen zu versehen. Erst so wird der Text für den Menschen angenehm lesbar. Anschliessend erstellt die Software einen auf Schlüsselwörtern basierenden Index, der die Parlamentssessionen online für jeden durchsuchbar macht, und zwar nach Redner, Schlüsselwörtern oder chronologisch sortiert.

Gegenüber Google & Co. punktet Recapp also mit zwei Stärken: dem Fokus auf den branchenüblichen Jargon sowie die deutsche Sprache in Mundart und Hochdeutsch. «Englisch kann heute jeder. Zudem versuchen die Grossen jeder Situation und Branche gerecht zu werden. So liegen ihre Trefferquoten klar tiefer als bei einem Spezialisten», findet Imseng. Ausserdem ist das Transkribieren im englischen Sprachraum nicht unbedingt ein Feld nur für die IT. Hier lohnt sich nach wie vor das Auslagern in Billiglohnländer wie Indien. Bedingt gilt das auch für Französisch mit Angeboten aus Madagaskar.
 
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