5 Fragen an Christoph Hilber, Headhunter, P-Connect

5 Fragen an Christoph Hilber, Headhunter, P-Connect

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/03
4. März 2017 -  Am swissICT Event vom 30. März mit dem Fokusthema «Informatiker 50+» beleuchtet ­Christoph Hilber die Problematik aus der Perspektive des Personalberaters. An dieser Stelle beantwortet er schon einmal die 5 Fragen unserer Rubrik.
5 Fragen an Christoph Hilber, Headhunter, P-Connect
Christoph Hilber ist Betriebswirtschafter Universität Zürich und seit 9 Jahren Headhunter mit seiner eigenen Firma P-Connect Executive Search & Recruiting mit Fokus auf Industrie (MEM), Informatik, Telekom und Positionen VR, GL/Kader und Spezialisten. Vorgängig war er in leitenden Linienfunktionen bei NCR/AT&T, diAx und Siemens tätig. (Quelle: SwissICT)
Wie sind Sie in die IT-Welt gekommen? Was fasziniert Sie an der Branche?
In meinem BWL-Studium wollte mein Lochkartenprogramm wegen Schreibfehlern nicht funktionieren. Ich fühlte mich so provoziert, dass ich noch vor dem Lizentiat ein Praktikum bei NCR, dem damals grössten Software-Haus der Schweiz, machte. Mich faszinierte die buchstäblich brutale Logik der IT – richtig oder falsch. Bei falsch war der Mensch schuld und ich kostete mir selbst viele schlaflose Nächte. Das könnte sich heute mit den selbstlernenden Systemen zwar ändern, aber der Mensch bleibt immer Quelle des Outputs.

Was freut oder ärgert Sie am meisten an der Branche?
Mich freut, dass sich die IT praktisch in jeden Bereich unseres Alltags eingeschlichen hat und unser Leben vereinfacht, verlängert, verschönert etc. Wie im Yin und Yang gibt es bei den Errungenschaften der IT leider aber fast ebenso viele missbräuchliche Kräfte – dies ärgert mich.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation auf dem Arbeitsmarkt für Informatiker 50+?
Die Sache mit den 50+ wird meines Erachtens immer verkorkster. Die Frustration der 50+ springt oft förmlich aus dem Motivationsschreiben. Dabei wären sie an Neuem interessiert, zu Zugeständnissen bei Lohn und Fringe Benefits bereit. Sie wollen lernen und begreifen nicht, warum ihre Energie und ihre wertvollen Erfahrungen nichts mehr wert sein sollen. Die Arbeitgeber hingegen entwerfen Konzepte für Einstellungen von Informatikern 50+. Bewirbt sich aber ein Jüngerer auf dieselbe Stelle, verdampft der Vorsatz im Nu. Und einige stellen «einfach nur die Besten» ein, und diese sind vermeintlich unter 40. Ein Vorurteil!
Die Digitalisierung betrifft heute die gesamte Gesellschaft. Welche(n) Aspekt(e) finden Sie besonders spannend?
IT ist per definitionem Digitalisierung. Ich habe unter Verwaltungsräten dazu eine Umfrage gemacht. Das Fazit war: Die meisten Firmen optimieren seit jeher ihre Prozesse und Produkte, sie investieren in Innovation. Für diese Firmen sind Digitalisierung und Disruption nichts Neues. Alle Branchen inklusive Ausbildung arbeiten in dieselbe Richtung und ziehen sofort nach. Das Schreckgespenst der oft genannten «Uberisierung» scheint mir übertrieben und viel mehr das extreme und einfach verständliche Beispiel einer verschlafenen Branche.

Welche(r) Internetpionier(in) oder ICT-Unternehmer(in) hat Sie bisher am meisten inspiriert und warum?
Obwohl ich kein Apple-User bin, zolle ich Steve Jobs phänomenalen Respekt, hat er doch die neusten technischen Optionen genial kombiniert und uralten Produkten neues Leben eingehaucht. Den Tabletcomputer gab es schon Anfang der 90er Jahre, das Mobiltelefon ist auch schon über 30 Jahre alt. Hoffen wir, dass es für die 50+ auch bald eine geniale Lösung gibt.
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Schwerpunkt: IT-Karriere 50+
• Schicksale: Das Bangen um die Zukunft
• Altes Eisen oder Talente mit Erfahrung?
• Arbeitsmarktfähigkeit ist der ­Schlüssel zum Erfolg
• "Ständige Weiterbildung ist zwingend"
• Der Bewerber ist in der Bringschuld
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