Digitalisiert die Hochschulen!

Start-up Maxbrain

Digitalisiert die Hochschulen!

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/04
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1. April 2017 -  Das Zürcher Start-up Maxbrain will den Bildungs­bereich mit einer Cloud-basierten Software papierfrei machen. An der Universität St. Gallen ist die Lösung bereits im Einsatz.
Digitalisiert die Hochschulen!
Die Maxbrain-App ist für den Desktop, iOS und Android zu haben. Studenten können sich damit zum Beispiel Powerpoint-Präsentationen in der Übersicht anschauen und direkt im Dokument Notizen oder auch Fotos einfügen sowie Wichtiges hervorheben. (Quelle: Maxbrain)
Haben Sie schon mal was von Edtech gehört? Wenn ja, gehören Sie zu den wenigen, die das haben. Fintech kennt man, aber Educational Technology ist kaum jemandem ein Begriff. Denn während alles von Digitalisierung spricht, sind Hochschulen und Weiterbildungsanbieter noch nicht so weit, wenn es um zukunftsfähige Lernmanagementsysteme geht. Das finden zumindest die Personen hinter dem Zürcher Start-up Maxbrain.

Geschäftsführer Boris Ricken trifft sich mit "Swiss IT Magazine" in den Zürcher Büros der Kommunikationsagentur Prime, wo sich das Start-up aktuell eingemietet hat. "Studien gehen davon aus", erklärt der 39-Jährige, "dass erst 2 Prozent des Ausbildungsbereichs digitalisiert sind." Die Universität St. Gallen fand daher vor rund zwei Jahren, das sollte doch auch anders gehen, berichtet er weiter. Die Zuständigen suchten eine Lösung, mit der Studenten von überall aus jederzeit auf Dokumente zugreifen können. "Bei traditionellen Lernmanagement-Systemen muss man sich erst auf eine Plattform einloggen, um Dokumente herunterzuladen, die man dann mit einer Drittsoftware bearbeiten muss, um sie erneut hochzuladen, wenn man sie mit anderen teilen will", so Ricken. "Die HSG wollte aber eine wirklich einfache, papierfreie Lösung, mit der Studenten ihre Dokumente direkt bearbeiten und teilen können." Als die Marktevaluation keine geeignete Software ergab, wandte sich die Hochschule an die Digitalagentur Prime Digital. Gemeinsam begannen die Partner, eine Lösung zu entwickeln, die den Dokumententausch innerhalb von Hochschulen revolutionieren sollte.

Das System 4.0 rollt an

Entstanden ist ein neues Lernmanagementsystem, hinter dem nun das junge Edtech-Unternehmen Maxbrain steht. "Schon in den 20er-Jahren gab es Lernmanagement-Systeme in Form von Maschinen, mit denen man Tests machen konnte", klärt der Maxbrain-Chef auf. "In den 60er-, 70er-Jahren entstanden dann die ersten IT-Systeme der amerikanischen Unis und um die Jahrtausendwende die Lernmanagementsysteme von heute." Letztere, zu denen Moodle, Olat und Ilias gehören, stellen Dokumente online bereit und bilden Administrationsprozesse ab. "Wir sehen Maxbrain als nächste Generation, als Lernmanagementsystem 4.0, das plattformübergreifend, geräte- und ortsunabhängig und Cloud-basiert funktioniert."

Boris Ricken selbst ist im September letzten Jahres zu Maxbrain gestossen, als das Produkt bereits marktreif war und das Start-up gegründet. Die letzten sieben Jahre war der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler als Chief Operating Officer bei einem grösseren Schweizer Investment Consultant unterwegs. Nun gehört er zu einem von vier Partnern, die gemeinsam die Bildungs-Software an den Mann bringen wollen. Stefan Fraude von der HSG sowie Basil Hangarter und Christian Paredes von der Agentur Prime Digital waren von Beginn an dabei. Im Executive MBA der Universität St. Gallen und in anderen HSG-Programmen ist Maxbrain bereits im Einsatz. Die Studenten speichern ihre Dokumente in einer Private Cloud, wo sie diese bearbeiten und von unterschiedlichen Endgeräten aus aufrufen können – in einer eigenen App für iOS und Android oder einer Weboberfläche. "Die Universität managed die Mastercloud", führt Ricken aus. "Sie pusht die Materialien in die einzelnen Private Clouds der Teilnehmer. Somit müssen sich diese nirgends proaktiv einloggen, sondern erhalten neue Unterlagen automatisch." Über das Dokumentenmanagement-System können Verantwortliche auch Berechtigungen setzen, sprich wer welche Dokumente einsehen und was damit machen darf. "Und wir haben ein System für die Studienadministration, die damit Teilnehmer, Professoren und Zahlungsprozesse verwalten kann wie auch Kurse und Module." Möglich sei auch, das System über eine Schnittstelle an weitere Systeme anzubinden. "Wenn jemand eine andere Datenbank nutzt, um seine Studenten zu verwalten, können die Daten so synchronisiert werden."
 
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