Dank Modularität zu mehr Produktivität

Visual Studio 2017
Dank Modularität zu mehr Produktivität

Dank Modularität zu mehr Produktivität

(Quelle: Microsoft)
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/04
Seite 1
1. April 2017 -  Von Christoph Möhring

Microsoft hat im März 2017 eine neue Version seiner Entwicklersuite Visual Studio veröffentlicht. Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Produktivität und die Anbindung an die Cloud.
Microsoft hat am 7. März 2017 Visual Studio 2017 veröffentlicht und preist die Entwicklungsumgebung für alle Plattformen und Technologien unter dem Motto "Any Developer, Any App, Any Platform" an. Die implementierten Änderungen und Neuerungen sollen sich positiv auf die Produktivität auswirken. Visual Studio ist ausserdem neu auch unter MacOS (Visual Studio for Mac) verfügbar. Damit werden nun alle relevanten Plattformen unterstützt, nämlich Windows, MacOS, Linux, iOS, Android und Windows Mobile.

Die Oberfläche der Entwicklersuite hat sich nur im Detail geändert. Die darunterliegende Architektur ist jedoch komplett überarbeitet worden. Dies macht sich vor allem bei der Installation bemerkbar. Über eine Auswahl von 16 unterschiedlichen "Workloads" werden nur die Komponenten installiert, die für eine spezifische Art der Entwicklung benötigt werden. Xamarin ist neu Teil von Visual Studio und wird über den Workload Mobile Development with .NET installiert. Interessant ist die Möglichkeit, mit dem Xamarin Inspector zur Laufzeit das UI zu analysieren und anzupassen. Mit diesem Release kommen auch weitere Zielplattformen wie TvOS und Tizen for .NET hinzu. .NET Core wird nicht nur von Xamarin unterstützt. Mit dem zeitgleich veröffentlichten .NET Core Tooling können alle Anwendungstypen mit oder ohne Cloud-Unterstützung auch im Container entwickelt werden.

Die Zusammenarbeit mit der Cloud ist für den Entwickler transparent gestaltet. Dies betrifft die Microsoft-eigene Azure-­Einbindung sowie Cloud-Plattformen anderer Anbieter. Alles kann direkt und zentral gesteuert und verwaltet werden. Mit der Taste F5 wird die Debug Session gestartet, unabhängig davon, wo der Code ausgeführt wird. Diese Möglichkeiten sind nicht nur auf die Entwicklung beschränkt. Microsoft ermöglicht es, den kompletten DevOps-Prozess abzubilden. Von der Entwicklung bis hin zur Produktion in mehreren Stufen für alle gewünschten Umgebungen: Test, Integration und Produktion. Kurz vor Ende der Betaphase sind die Redgate Data Tools in die RTM-Version mit aufgenommen worden. Die interessanteste Funktion ist hierbei die automatische Erstellung von SQL Skripts. Im Skript sind die Änderungen zwischen den verschiedenen Datenbank-Versionen ersichtlich. Das erstellte Skript wird als Teil des Projekts behandelt und in die Versionskontrolle eingebunden. Leider sind die Tools bis auf die Redgate SQL Search nur in der Enterprise Version verfügbar. Die Familie von Visual Studio ist nochmals gewachsen – und zwar auf einen Umfang, der den Rahmen dieses Tests bei weitem sprengen würde. Der Test fokussiert sich daher im Nachfolgenden auf die spezifischen Neuerungen von Visual Studio 2017 in der Enterprise-Version.

Modularisierung

Mit Visual Studio 2017 hat Microsoft die Entwicklungsumgebung grundlegend modularisiert. Das Installationsprogram ist übersichtlich und in Bereiche gegliedert, die durch Kacheln mit dem Anwendungstyp dargestellt werden. Durch Auswahl einer oder mehrerer Kacheln werden nur die, für die benötigten Aufgaben notwendigen Komponenten installiert. Microsoft bezeichnet diese Aufteilung wie eingangs bereits beschrieben als "Workloads" (in der deutschen Version noch etwas unglücklich: "Arbeitsauslastungen"). Dadurch wurde der Installationsaufwand massiv verringert. Was früher durchaus mehrere Stunden dauern konnte, ist neu bereits in wenigen Minuten erledigt. Die Minimalinstallation hat eine Grösse von nur 753 MB und beinhaltet die Visual Studio Shell ohne besondere Funktionen. Eine typische Auswahl wie Webentwicklung oder .NET-Desktop­entwicklung ist zirka 3 bis 6 GB gross.

Der modulare Ansatz setzt sich auch nach der Installation fort. Wird ein Projekttyp oder Designer während der Arbeit oder von geladenen Projekten benötigt, kann die Erweiterung direkt instal­liert werden. Über das Installationsprogramm können weitere Workloads oder einzelne Komponenten nachträglich manuell hinzugefügt werden. Bei der Installation von neuen Projekttypen kann es sein, dass Visual Studio beendet werden muss, um die Installation fortsetzen zu können. Dies ist zum Beispiel bei der Erweiterung für Office/SharePoint aufgetreten. In Praxistests zeigt sich, dass solche Fehler davon abhängen können, welche Tools bereits installiert waren. Glücklicherweise sind solche Bugs aber die Ausnahme und dürften mit der Weiterenentwicklung der Workloads behoben werden.
 
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