Versichert gegen die Unsicherheit

Versichert gegen die Unsicherheit

Versichert gegen die Unsicherheit

(Quelle: iStock Photo)
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/04
Seite 1
1. April 2017 -  Schweizer Unternehmen schätzen aktuell einen ­Betriebsunterbruch als grösstes Risiko für ihr Unternehmen ein. Aber auch die Sorge um Cyber-Vorfälle – sprich den Ausfall der IT, ein ­Datenleck oder ein Hacker­angriff – ­beschäftigt die ­hiesigen Firmen. Die Einschätzung der Risiken variiert nach Unternehmensgrösse sowie Branche, in der ein Unternehmen unterwegs ist.
"Unternehmen weltweit und in der Schweiz stellen sich auf ein Jahr der Unsicherheit ein", erklärte Bruno Spicher, Leiter Unternehmensversicherungen der Allianz Suisse, Anfang Januar dieses Jahres anlässlich der Vorstellung des Allianz Risk Barometer 2017. Für diese Erhebung wurden über 1200 Risikomanager und Versicherungsexperten weltweit nach den Toprisiken für ihre Unternehmen gefragt. Die Gründe für die Unsicherheit, welche die Umfrage 2017 zu Tage gefördert hat, sind laut Spicher unter anderem die kaum berechenbaren rechtlichen oder politischen Veränderungen sowie das aktuelle Wettbewerbsumfeld. Zudem würden neue Gefahren ein Umdenken im Management von Risiken erfordern. Spicher erklärt: "Die Risikolandschaft für Unternehmen wandelt sich nicht zuletzt durch die Digitalisierung und neue Technologien in einem rasanten Tempo. Und die Unternehmen werden durch enge Lieferketten und Just-in-Time-Produktion zunehmend anfälliger für Störungen ihrer Betriebsabläufe." Die eigene Produktion könne darüber hinaus durch so genannte Rückwirkungsschäden leiden, wenn beispielsweise Zulieferer oder Abnehmer von einem Ausfall betroffen sind.

Sorge um Betriebsunterbruch

Und so überrascht es auch nicht, dass in der Schweiz das Risiko eines Betriebsunterbruchs den Unternehmen am meisten Sorgen bereitet und von 50 Prozent der Befragten genannt wurde. Auf dem zweiten Platz folgt die Sorge von Marktentwicklungen (Volatilität, Marktstagnation etc.) beziehungsweise um das Risiko des verschärften Wettbewerbs. Diese Aspekte lagen 2016 noch auf Platz 1. Wie im Vorjahr auf dem dritten Rang des Schweizer Risikobarometers liegen 2017 Cyber-­Vorfälle – sprich Cyber-Angriffe, aber auch IT-Ausfälle oder Datenlecks – mit 42 Prozent aller Nennungen. In anderen Ländern – Deutschland oder Grossbritannien etwa – liegen Cyber-Risken gar an der Spitze des Risiko-Rankings, und ganz generell sei die Angst vor Cyber-­Bedrohungen auf dem Vormarsch. Laut den Experten der Allianz geht "die Gefährdung durch Cyber-Risiken einher mit dem technologischen Wandel hin zu einer digitalen Wirtschaft, in der sich die Vermögenswerte vieler Unternehmens von ursprünglich materiellen auf zunehmend immaterielle verlagern". Dies mit der Konsequenz, dass Daten oder geistiges Eigentum verstärkt ins Visier von Cyber-Kriminellen geraten. "Cyber-Vorfälle gehen mittlerweile weit über Hackerangriffe und Datenmissbrauch hinaus und gefährden digital vernetzte Unternehmen in doppelter Hinsicht: Sie können nicht nur selbst Opfer von Hacker­attacken oder Datendiebstahl werden, sondern auch indirekt betroffen sein, wenn kritische Infrastruktureinrichtungen wie Telekommunikation, Strom oder Wasser angegriffen und lahmgelegt werden", so die Versicherung weiter.

Mit je 23 Prozent der Nennungen gleichauf auf Platz vier des Allianz Risk Barometer 2017 liegen in der Schweiz die Sorge vor Änderungen in der Legislation oder Anpassungen bezüglich Regulierung sowie Naturkatastrophen. 19 Prozent der Unternehmen fürchten sich derweil vor makroökonomischen Entwicklungen, 15 Prozent vor neuen Technologien wie beispielsweise künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie, dem Einfluss von zunehmender Vernetzung oder auch 3D-Printing oder Drohnen. Und auf jeweils 12 Prozent der Nennungen auf dem Risiko-Barometer kommen der Brexit beziehungsweise der Zerfall der Euro-Zone, Klimaveränderungen und Defizite bei der Qualität beziehungsweise Fehler in der Serienproduktion und der Rückruf von Produkten (siehe auch Grafik "Die 10 grössten Risiken für Schweizer Unternehmen").
 
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