3D-Sicherheit

3D-Sicherheit

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/06
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10. Juni 2017 -  Personenauthentifizierung im Internet ist ein Riesenproblem. Sei es, um die eigene Mailbox zu schützen oder für Banktransak­tionen. Onevisage verfolgt einen neuen Ansatz.
3D-Sicherheit
(Quelle: Onevisage)
Entweder ist eine Internet­lösung sicher, kompliziert und, in Folge, unpraktisch oder so praktisch, dass sie ein Dreijähriger aushebeln kann. Daran konnte auch die viel beschworene Biometrie bisher nicht viel ändern. So lassen sich Fingerabdrücke etwa mittels Foto fälschen oder die Gesichtserkennung umgehen, indem einfach ein Foto vor die Kameralinse gehalten wird.

Besser machen will es das Lausanner Start-up Onevisage. Zwar setzt das Unternehmen ebenfalls auf biometrische Gesichtserkennung, ersetzt aber das bisherige 2D-Modell durch 3D. "Bei 2D-Lösungen wird ein Gesicht anhand von 15 bis 20 Datenpunkten erkannt. Unsere Lösung arbeitet mit 25’000 in einem 3D-Raum", so Christophe Remillet, CEO und Mitgründer von Onevisage. Die Basis dafür liefern Forschungs­ergebnisse der ETH Zürich und Universität Basel. "Wir geben zurzeit als Einzige die hundertprozentige Garantie ab, dass sich unsere Lösung nicht durch Fotos spoofen lässt", so Remillet.

Spoof-Proof

Für Remillet kam der Stein 2013 ins Rollen, als er selbst zweimal Opfer von Hackern wurde (Kreditkarte und Mail-Account). In Folge suchte der Informatiker vergeblich nach einer geeigneten Sicherheitslösung. Er liess aber nicht locker und landete schliesslich bei zwei Forschern, die unabhängig an einem vielversprechenden Ansatz arbeiteten – Professor Marc Pollefeys von der ETH Zürich und Professor Thomas Vetter von der Universität Basel.

Gemeinsam beschloss man Ende 2013, ein Unternehmen zu gründen und legte im Rahmen eines KTI-Projekts die Grundlage für die Software. Ein Jahr später war der erste Prototyp fertig. Gleichzeitig begann die Suche nach Investoren. "Initial wollten wir in die USA, aber das war keine gute Idee", so Remillet. Amerikanische Kapitalgeber investieren nämlich ungern in Unternehmen, deren Mitarbeiter sich alle im Ausland befinden, und ein Umzug kam nicht in Frage. "Wir arbeiten definitionsgemäss mit hochsensiblen Personendaten. Spätestens seit Snowden ist hier das Vertrauen in die Amerikaner stark gesunken und Trump hat nur Öl ins Feuer gegossen", so Remillet.
 
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