Sicherheit klingt gut

Sicherheit klingt gut

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/10
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1. Oktober 2017 -  Viele Nutzer verzichten zu Gunsten von Bequemlichkeit auf angebotene Security-Lösungen. Futurae versucht einen neuen Ansatz: Sicherheit durch den Vergleich von Umgebungsgeräuschen.
Sicherheit klingt gut
Futuraes Sicherheits-Suite bietet dynamisch verschiedene Verfahren an, um in jeder ­Situation Zugang zu gewähren. (Quelle: Futurae)
Google Mail illustriert das Dilemma: Obwohl Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) möglich ist, haben nur 6,4 Prozent der Nutzer die Funktion aktiviert, wie das Sicherheitskonsortium Necoma berichtet. Wo der gesetzliche Zwang fehlt, wie es zum Beispiel beim E-Banking der Fall ist, tut sich nicht viel. Gängige Lösungen sind vielfach unpraktisch, unsicher oder gleich beides zugleich.

Ändern will dies das Start-up Futurae, das aus der ETH Zürich heraus entstand. Die Firma hat eine clevere Alternative zu gängigen Lösungen wie M-Tan, Biometrie oder Tokens entwickelt: Soundproof, so der Name, vergleicht Umgebungsgeräusche von Computer und Handy. Ein Match entsperrt den angesprochenen Dienst oder die Webseite. Dafür muss der Nutzer vorher eine App herunterladen. Ausser einer aktiven Bestä­tigung bei der Erstnutzung läuft der ­Vorgang anschliessend aber im Regelfall ohne weiteres Zutun.

2FA ohne Hand anzulegen

Der Ablauf ist wie folgt: Nach Eingabe des ersten Faktors (z.B. Name, Passwort, Vertragsnummer) kontaktiert der angesprochene Dienst das durch die Erstanmeldung bekannte Handy. Zeitgleich aktivieren Computer und Handy ihre Mikrofone und machen eine Sekundenaufnahme der Umgebungsgeräusche. Die Computeraufnahme wird an das Smartphone übermittelt, wo der Vergleich der beiden Samples erfolgt. Die Daten werden nicht gespeichert und der Vorgang ist verschlüsselt. Ausser einer Bestätigung verlassen keine Daten das Handy. Der Nutzer muss dabei weder das Smartphone aus der Hosentasche nehmen noch Zahlenfolgen eingeben oder QR-Codes scannen. Das System "weiss" einfach, das sich der Nutzer in der Nähe des Computers befindet und reagiert entsprechend.

Die Idee für Soundproof entstand 2015 im Rahmen einer Doktorarbeit am ETH-Institut für Informationssicherheit von Professor Srdjan Capkun. Ein Prototyp konnte in Folge die Experten an der prestigeträchtigen Usenix-Security-Konferenz überzeugen, denen es damals nicht gelang, die Lösung auszuhebeln. "Absolute Sicherheit gibt es nicht. Uns ist es aber gelungen, die Latte um einige Sprossen anzuheben und zwar ohne die Usability einzuschränken", sagt Sandra Tobler, Mitgründerin von Futurae.
 
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