CIO-Interview: "Wir sind heute ein Pionier der Digitalisierung"

CIO-Interview: "Wir sind heute ein Pionier der Digitalisierung"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/11
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4. November 2017 -  Xiaoqun Clever führt als Chief Technology and Data Officer den Medienkonzern Ringier in eine Zukunft, die auf Technologie und konzernweite Datenanalyse setzt.
CIO-Interview: 'Wir sind heute ein Pionier der Digitalisierung'
Xiaoqun Clever, geboren 1971, studierte Computerwissenschaften, Mathematik und General Management (MBA) in China, Deutschland und den USA. Bis 2013 war sie Executive Vice President bei SAP und President von SAP Labs China, danach Chief Technology Officer bei Prosieben Sat.1 Media. Seit 1. Januar 2016 ist sie Chief Technology and Data Officer und Mitglied des Group Executive Boards von Ringier. (Quelle: Ringier)
"Swiss IT Magazine": Ringier wurde als klassischer Verlag gegründet, heute bekannt für die "Blick"-Gruppe, "Schweizer Illustrierte" oder "Radio Energy". Welche Rolle spielt IT für Sie?
Xiaoqun Clever: Ringier ist heute als Pionier der digitalen Transformation bekannt. Bereits 2007 haben wir mit der Diversifizierung begonnen und sind heute an etwa 90 Unternehmen im Bereich Publishing, E-Commerce und Marketplaces beteiligt. Wenn wir über IT sprechen, dann sprechen wir heute über die Hälfte unseres Produktes. Im Digitial Publishing ist Content die eine Hälfte. Die andere Hälfte, die Umsetzung, ist Technologie. IT umfasst heute viel mehr als Hard- und Software für Arbeitsplätze, Telefonie und Internet. Dies spiegelt sich auch in meiner Funktionsbezeichnung wieder: Technologie und Daten, nicht mehr nur IT.

Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe an und wie nutzen Sie IT dafür?
Die wichtigste Aufgabe ist es für uns, ein Enabler für den Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder zu sein und das Unternehmen auf mögliche zukünftige Felder vorzubereiten. Wir unterstützen damit die Gruppenstrategie, die weitere Transformation des Konzerns, indem wir ein Ringier-Ökosystem aufbauen, das die gemeinsame Nutzung von Inhalten, Daten und Applikationen ermöglicht. Der Bereich Technology und Data unterstützt so hochwertige Inhalte, Produkte und Services mit einer besseren User Experience für unsere Kunden. Customer Insights spielen dafür eine entscheidende Rolle.
Wie ist Ihr Bereich geordnet und wie viele Mitarbeiter haben Sie?
Er ist im Group Executive Board, unserer obersten Management-Ebene, verankert. Das zeigt die strategische Bedeutung des Themas für das Unternehmen. In meinem Bereich sind die gruppenübergreifenden Daten-Themen, die Corporate IT, Innovation & Platforms und die IT Security verortet, insgesamt rund 80 Mitarbeiter.

Wie ist Ringier technisch aufgestellt, wer sind Ihre wichtigsten Partner?
Wir haben eine bimodale IT, also eine Koexistenz verschiedener Entwicklungsgeschwindigkeiten. Im letzten Jahr haben wir unsere Cloud-­Strategie beschlossen: Den schrittweisen Umzug in die Cloud, aber verteilt auf verschiedene Anbieter. Unsere Datenplattform läuft auf AWS, wir haben aber auch zwei interne Rechenzentren. Für die internen Kernprozesse setzen wir auf etablierte Anbieter, wie SAP und Salesforce, in den Redaktionen wird mit verschiedenen CMS, aber auch Adobe gearbeitet. Intern nutzen wir G Suite und Office 365. Im Bereich der Infrastrukur unterstützt uns Swisscom.
 
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Kommentare

Donnerstag, 9. November 2017 Markus Hellwig
In der Öffentlichkeit wird es so verkauft, als würde das Ganze mit der Digitalisierung problemlos und prima laufen. Aus eigener Erfahrung bei Ringier weiß ich, dass die Systeme nicht ineinander greifen, die IT total hinterher hängt und der eine nicht weiß, was der andere tut. Hinzu kommen Investitionen in Programme in Millionenhöhe, deren Daten sich noch nicht einmal in absehbarer Zeit für das Unternehmen nutzen lassen. Schade, dass darunter am Ende wieder die "kleinen" Mitarbeiter leiden müssen und das Management weiterhin belohnt wird.

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