Fallbeispiel: WaaS als alternative Form der IT-Finanzierung

Fallbeispiel: WaaS als alternative Form der IT-Finanzierung

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/11
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4. November 2017 -  Neben Kredit oder Leasing gewinnt eine indirekte Form der IT-Finanzierung an Bedeutung: Workplace as a Service erlaubt es Unternehmen, eine komplette IT-Infrastruktur im Abonnement-Modell zu beziehen.
Fallbeispiel: WaaS als alternative Form der IT-Finanzierung
"Wenn man eine IT-Infrastruktur ­ganzheitlich betrachtet, dann gibt es eigentlich keine Vorbehalte gegenüber einer Workplace-as-a-Service-Lösung" Daniel Jäggli, Vorsitzender des Verwaltungsrates, Leuchter IT Solutions (Quelle: Leuchter IT Solutions)
Neben den klassischen Finanzierungsmöglichkeiten wie Kredite oder Leasing gibt es eine weitere, indirekte Möglichkeit, die IT-Infrastruktur des eigenen Unternehmens zu erneuern oder eine neue aufzubauen, ohne eine einmalige, grosse Investition tätigen zu müssen, die womöglich die eigene Liquidität übermässig strapaziert. Die Rede ist von Workplace as a Service (WaaS), also der Bereitstellung von Hardware, Software und den damit zusammenhängenden Dienstleistungen durch einen Drittanbieter im Abonnement-Modell. Dabei bezahlen Unternehmen eine wiederkehrende Gebühr pro Arbeitsplatz, die im Idealfall alles enthält, was die Angestellten für die tägliche Arbeit brauchen. Um herauszufinden, welche Vor- und Nachteile eine solche Lösung für ein kleines oder mittleres Unternehmen mit sich bringt, hat "Swiss IT Magazine" Daniel Jäggli befragt. Er ist seines Zeichens Vorsitzender des Verwaltungsrates von Leuchter IT Solutions. Das Unternehmen mit Sitz in der Luzerner Innenstadt besteht seit 1959 und bietet unter anderem IT-Infrastrukturlösungen an. Dabei setzt es ausschliesslich auf Hardware von HP, während die Software von verschiedenen Herstellern stammt.

WaaS für jedermann

Doch was für Kunden sind es, die sich für eine WaaS-Lösung interessieren? ­Daniel Jäggli erklärt: "Wir sind ein lokaler Player und Luzern eine eher kleine Wirtschaftsregion, unsere Kunden sind daher klassische KMU aus allen Branchen, Unternehmen mit 20 bis 500 Arbeitsplätzen. Ganz grosse Unternehmen gibt es hier nicht." Wie Jäggli weiter ausführt, würden die meisten Kunden die gesamte IT-Infrastruktur als Service beziehen: "Früher war dies der Server, heute sind es die Cloud, die ganzen Arbeitsplätze, Drucker sowie das gesamte Netzwerk." Eine Typisierung der Kunden, die auf ein solches Modell setzen, sei aber schwierig. So gebe es Firmen mit nur fünf Arbeitsplätzen, die sich für eine solche Lösung entscheiden, während der grösste Leuchter-­Kunde deren 400 hat. "Es sind aber vor allem alteingesessene Firmen, die den Schritt hin zu einem Service-Modell wagen. Mit vielen von ihnen pflegen wir bereits langjährige Geschäftsbeziehungen", gibt Jäggli zu bedenken. Er hat die Erfahrung gemacht, dass junge Firmen oder Start-ups anders funktionieren. Diese würden sich bei einem Online-Shop Computer oder Notebooks kaufen. Finanziert würden solche Investitionen dann über verschiedene Kanäle, beispielsweise über Investoren.

Unternehmen, die schon länger bestehen oder eher konservativ eingestellt sind, müsse man hingegen darauf hinweisen, dass es noch andere Möglichkeiten gebe, als zyklisch neue Hardware zu kaufen. Dabei werde man oft mit typisch schweizerischen Vorbehalten konfrontiert: "Viele Firmen, welche die nötige Liquidität aufweisen, sehen nicht ein, wieso sie Hardware leasen sollten, wenn sie diese auch einfach kaufen könnten", so Jäggli. Erst, wenn man erkläre, es gehe darum, Arbeitsplätze mit allem, was dazugehört, zu einem fixen Preis als Dienstleistung zu beziehen, würde die Skepsis in Interesse umschlagen. Es seien heute aber nur rund zehn bis 20 Prozent der Kunden, die diese neue Herangehensweise spannend finden und eine solche Lösung dann auch im eigenen Unternehmen implementieren wollen.
 
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Schwerpunkt: IT-Finanzierung in der Schweiz
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