Navigation in die fahrerlose Zukunft

Start-up Wayray
Navigation in die fahrerlose Zukunft

Navigation in die fahrerlose Zukunft

(Quelle: Wayray)
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/12
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2. Dezember 2017 -  Wayray entwickelt ein Navigationssystem, das auf Augmented Reality basiert und die Wegbeschreibungen damit direkt auf die Strasse projiziert. Das System soll fahrerlosen Autos zu breiter Akzeptanz verhelfen.
Wer schon einmal versucht hat, sich mit dem Handy oder einem GPS-Gerät durch die Stras­sen zu navigieren, ohne dabei auf eine entsprechende Halterung zurückgreifen zu können, kennt das Problem vielleicht. Man schaut kurz runter, nimmt das Gerät allenfalls gar in die Hand und tippt darauf rum. Dabei lenkt man – wenn auch nur kurz – seine Aufmerksamkeit von der Strasse auf den Bildschirm. Dieser kurze Moment reicht bereits aus, um einen Unfall zu verursachen. Vitaly Ponomarev, CEO und Gründer des Start-ups Wayray musste diese Erfahrung am eigenen Leib machen. Er hat sich deshalb vorgenommen, die Strassen sicherer zu machen.

Erreichen möchte er dieses Ziel mit einem auf Augmented Reality (AR) basierenden Navigationssystem. Er greift dabei auf ein kleines Gerät zurück, das auf der Armatur des Autos angebracht wird und anschliessend ein Hologramm der gewünschten Route ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. "Die True-AR-Technologie erlaubt es Navion, Wegbeschreibungen und Details zur Route genau dort einzublenden, wo der Fahrer sie benötigt – nämlich auf der Strasse vor ihm. Wir nennen dieses Konzept natürliche Navigation, und wir glauben, dass es unsere Art zu fahren verändern wird", erläutert Ponomarev. Die Projektion soll auch bei Sonnenlicht zuverlässig sein und kann sowohl per Stimmbefehl als auch durch Gesten gesteuert werden. Auf den Markt kommen soll Navion im Verlaufe des nächsten Jahres. 2019 will das Start-up dann auch den B2B-Markt erschliessen.

Mit AR-Technologie zur Akzeptanz fahrerloser Autos

Auf die Frage, ob Wayray sich nicht darüber sorgt, dass Navion durch selbstfahrende Autos überflüssig werden könnte, erklärt Ponomarev: "Mit dem Fortschritt, den die Autoindustrie im Bereich der fahrerlosen Zukunft macht, sind die Nutzer auf Technologien angewiesen, die es ihnen erleichtern, sich anzupassen. AR ist ein natürlicher Weg, den Entscheidungsprozess des Wagens zu visualisieren. Die Passagiere werden sich dadurch wohler dabei fühlen, dem Wagen zu vertrauen." Er ist überzeugt: "Die Nachfrage und die soziale Rolle von True-AR-Lösungen werden dadurch nur steigen."

Wayray – der Name setzt sich übrigens aus Way, sprich Weg, und Ray, also Laser, von denen Ponomarev persönlich ein grosser Fan ist, zusammen – setzt aber nicht nur auf Navion. Das Start-up hat unter dem Namen Element bereits die Beta-Version eines interaktiven Trackers veröffentlicht, der das Verhalten der Fahrer verfolgt und ihnen basierend auf diesen Erkenntnissen Verbesserungsvorschläge macht. Zudem will Wayray 2018 ein Infotainment-System für fahrerlose Autos auf dem Markt bringen. Dieses soll es den Passagieren erlauben, die Wind­schutzscheibe zur Darstellung von Navigationselementen, Performance-Indikatoren, Kommunikation und Werbung zu verwenden.

Entwickelt werden die Augmented-Reality-Lösungen des Start-ups zum einen an dessen Hauptsitz in der Schweiz zum anderen aber auch in Russland. Daneben besitzt das Start-up bereits einen dritten Standort in den USA. Dieser widmet sich vornehmlich dem Business Development und dem Marketing der Firma. Letzteres scheint bereits Früchte zu tragen. "Wayray ist unter die Finalisten von LAs Top Ten Automotive Start-ups gewählt worden", berichtet der CEO stolz. Bis zu diesem Erfolg war es allerdings ein weiter Weg.
 
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