Das Bild gibt den Ton an - Sonys neuer Bravia-TV mit Acoustic Surface im Test

Das Bild gibt den Ton an - Sonys neuer Bravia-TV mit Acoustic Surface im Test


Grossartige und entlarvende Tontechnologie

Der wortwörtliche Mittelpunkt der neuesten Bravia-TV-Generation ist aber der Ton. So dient mit der Acoustic-Surface-Technologie der ganze Bildschirm als Lautsprecher. Dazu hat der japanische Hersteller die Rückseite des Geräts mit einem schmalen Balken versehen. Dieser kommt mit vier Antrieben, jeweils zwei direkt nebeneinander rechts und links, welche den Bildschirm in hörbare Schwingungen versetzen. Bei den Bildschirmen, die gleichzeitig als Membrane für den Ton fungieren, genügen minimale Bewegungen beziehungsweise Vibrationen für die Klangerzeugung. Aufgrund der Display-Grössen von 55 beziehungsweise 65 Zoll sind die Schwingungen für das menschliche Auge aber nicht wahrnehmbar. Für die Bässe, welche sich nicht alleine durch die Schwingung der Bildschirme erzeugen lassen, hat Sony einen Subwoofer im Standfuss des Geräts versteckt. Wird der TV an die Wand gehängt, wird das Basselement bündig an der Rückseite des Displays platziert.

Die Qualität von Ton und Klang weiss im Grossen und Ganzen zu überzeugen. Im Gegensatz zum perfekten Bild des TVs, muss man beim Klang aber einige kleine Abstriche in Kauf nehmen. Die Sprachverständlichkeit ist zwar grossartig und auch bei der Musikwiedergabe, es wurde das ganze Spektrum von Pop, Hip-Hop, Rock bis hin zu elektronischer und klassischer Musik getestet, war der Klang sehr klar, wobei die Höhen teilweise etwas blechern und ganz leicht gedämpft wirkten. Der Bass vermochte alle Aufgaben zu meistern, kann aber nicht mit einem teuren Subwoofer verglichen werden.

Sony verspricht, dass durch die Acoustic-Surface-Technologie der Ton sehr punktuell auf den Zuschauer wirkt. Wenn eine Person im Film zum Beispiel am rechten Bildrand spricht, soll der Klang auch aus dieser Ecke auf die fernsehende Person wirken. Und tatsächlich fiel bereits bei den ersten Hörtests auf, dass die Schallentstehung direkt im Bild passiert und nicht von neben oder unter dem Bild kommt. Vor allem Dolby-Surround-Inhalte werden von der neuesten Bravia-Generation gut wiedergegeben. Gleichzeitig entlarvt die Acoustic-Surface-Technologie aber auch Inhalte, welche nicht mit Dolby Surround entwickelt wurden. Bei solchen Inhalten kam der Ton dann nicht aus der Ecke des TVs, in welcher gerade gesprochen oder gesungen wurde, was für den Zuschauer irritierend war.

Android-Betriebssystem überzeugt

Als Betriebssystem setzt Sony bei der neuesten Generation seiner Bravia-OLED-4-HDR-TV-Serie auf Android TV 6.0. Wer ein Android-Smartphone oder -Tablet hat, kann beim erstmaligen Einrichten die Einstellungen seines mobilen Gerätes mit dem Fernseher synchronisieren. So kann man sich das eher mühsame Einrichten mit der mit Tasten überfrachteten Fernbedienung von WLAN und weiteren persönlichen Einstellungen sparen. Im Test funktionierte die erstmalige Einrichtung mit einem Android-Gerät einwandfrei und die Grundeinstellungen waren in weniger als einer Minute vorgenommen. Zudem eröffnet Android TV mit Google Play den direkten Zugang zu diversen vorinstallierten Apps wie Netflix, dem Sportportal Dazn oder Youtube und bietet die Möglichkeit, persönliche Filme, Musik, Fotos und Spiele direkt auf dem TV zu installieren und zu nutzen. Insgesamt weiss Android TV 6.0 mit einer übersichtlichen Optik und dem vorinstallierten Grundangebot an Inhalten für Erwachsene und Kinder, gepaart mit sinnvollen Jugendschutzeinstellungen, zu gefallen.

Zur Navigation bietet Sony die Möglichkeit zur Spracheingabe via Fernbedienung, was ebenfalls sehr gut funktioniert hat. Nur mit Schweizer Künstlernamen oder Inhalten hatte die Sprachsuche ihre Mühe und konnte die gesuchten Inhalte in neun von zehn Fällen nicht finden. Das hat aber weniger am Sony TV, sondern vielmehr an Googles Sprachlösung gelegen. Die Suche auf Hochdeutsch hat aber einwandfrei geklappt. Wer die Spracheingabe nicht nutzen möchte, kann auch die Fernbedienung, welche mit den klassischen Tasten sowie zusätzlichen separaten Google-Play- und Netflix-Buttons kommt, oder sein Android-Smartphone zur Navigation nutzen.
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