CIO-Interview: "Der Virus befiel uns um 14 Uhr ­nachmittags"

CIO-Interview: "Der Virus befiel uns um 14 Uhr ­nachmittags"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/06
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Wie greifen Ihre externen Standorte und Ihr Verkauf auf die Systeme und insbesondere aufs ERP zu?
Der Zugriff läuft über Citrix, heute mit einer Zwei-Wege-Authentifizierung. Früher hatten wir RSA-Tokens im Einsatz, wovon wir allerdings weggekommen sind, weil immer wieder Tokens verloren gingen oder vergessen wurden. Jetzt nutzen wir SMS Passcode, und das funktioniert bestens.

Gibt es Besonderheiten in Ihrer IT, die man in anderen Unternehmen nicht findet?
Besonderheiten in dem Sinne nicht. Aber natürlich haben wir im ERP-Bereich Anpassungen vorgenommen, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. So etwa im Bereich Beschaffungsplanung, was für uns sehr wichtig ist, denn Bio-Rohstoffe sind schwierig zu bekommen, und für uns ist entscheidend, genügend Rohstoffe an Lager zu haben. Darum haben wir ein spezielles Cockpit entwickeln lassen, das uns anzeigt, wie lange unser Rohstoff-Vorrat reicht, um die Menge produzieren zu können, die uns der Verkauf vorgibt.
Was würden Sie aktuell als Ihre grösste Herausforderung bezeichnen?
Eine immer grösser werdende Herausforderung ist der Bereich Security. Das Thema hat uns insbesondere letztes Jahr beschäftigt, als wir vom Crypto-Virus Locky, der das ganze Dateisystem verschlüsselt, betroffen waren.

Was ist passiert?
Der Virus ist über eine Bewerbung hereingekommen, wurde von unserer Antivirensoftware zu spät bemerkt beziehungsweise gemeldet und hat prompt unser komplettes Laufwerk verschlüsselt.

Und dann?
Zuerst mussten wir klären, woher der Virus in unser System kam und welche Daten betroffen sind. Wir hatten bereits damals eine ziemlich konsequente Datensicherungsstrategie – sprich unsere Daten inklusive komplettem Dateisystem wurden mittels Shadowcopy morgens um 5 Uhr sowie mittags um 12 Uhr komplett gesichert. Hinzu kamen und kommen eine tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Sicherung mit Veeam. Der Virus befiel uns um 14 Uhr nachmittags, es gingen also zwei Stunden Arbeit verloren.
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