VoIP-Umstieg ohne Hindernisse

Sipcall

VoIP-Umstieg ohne Hindernisse

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/10
Seite 2

Schritt für Schritt

Die meisten VoiP-Anbieter empfehlen zu ihren Angeboten bestimmte IP-Telefonmodelle ausgesuchter Hersteller, deren Konfiguration dann auch im Detail dokumentiert wird. Tatsache ist allerdings, dass in den meisten Fällen quasi jedes SIP-fähige Gerät genutzt werden kann, für das dann allerdings seitens des Telefonie-Providers nur selten Support bereitgestellt wird.

Im Fall von Sipcall wurde uns für unseren Test ein Gerät der Marke Gigaset zur Verfügung gestellt. Vor dem Anschluss ans interne Ethernet angeschlossen, gilt es sicherzustellen, dass das Gerät in den Netzwerkeinstellungen auf DHCP gesetzt wird, damit das Telefon vom entsprechenden Serverdienst automatisch eine IP-Adresse zugewiesen bekommt. Nachdem das angeschlossene Telefon gebootet hat, muss die zugewiesene IP-­Adresse ausfindig gemacht werden. Bei allen uns bekannten Geräten lässt sich die Adresse vom Display abrufen, nachdem das betreffende Menü aufgerufen wurde. Da diese meist recht verschachtelt sind, empfiehlt sich, hierfür einen kurzen Blick ins Handbuch des IP-Telefons zu werfen.

Im nächsten Schritt gilt es, dass Telefon mit den vom Anbieter erhaltenen Credentials zu füttern. Konkret ist dies die Telefonnummer, ein Passwort sowie die Kennung des SIP- und Proxy-Servers, die meist identisch sind. Hierfür wird die zuvor ermittelte IP-Adresse des Telefons in einem Webbrowser eingegeben, worauf eine Konfigurationsoberfläche aufgerufen wird. Nicht selten wird hierbei bereits ein Login benötigt. Sollte dies nicht bekannt sein, kann das Passwort – oft auch als System-PIN bezeichnet – am Gerät selbst neu gesetzt werden.
Hier werden nun einerseits die persönlichen Provider-Daten, also die Telefonnummer und das Passwort gespeichert, anderseits aber auch die Domäne und der Registrationsserver des VoIP-Providers angegeben. Dazu erfolgt hier die Konfiguration der verwendeten Audio-Codecs. Diese sind im Normalfall allerdings vorkonfiguriert und können in der Regel so belassen werden.

Je nach IP-Telefonmodell bietet die webbasierte Oberfläche weitere Funktionen, die über die reine Anmeldung der Geräte hinausgehen. So lassen sich wie im Fall des getesteten Gigaset-Geräts auf Geräteebene ein Internet-Zeit­server oder Online-Telefonbücher wie tel.search.ch definieren. Ebenfalls nicht allerorts zu finden ist die hier integrierte Export-Funktion, um die Einstellungen auszulesen und auf dem PC zu sichern.

Sobald Rufnummer, Passwort und Registrierungsserver erfasst sind, ist das Telefon einsatzbereit und kann sowohl für ein- wie auch für ausgehende Anrufe genutzt werden. Bei älteren Geräten wird allenfalls noch ein Neustart initiiert, um die neuen Settings zu aktivieren. Im Fall des Gigaset-Apparats dauerte der ganze Prozess nur wenige Minuten.

Dass Gerät ist nach der Konfiguration im übrigen keineswegs an irgendein bestimmtes Netzwerk gebunden. So kann das IP-Telefon theoretisch an einem beliebigen LAN mit Internet-Connectivity angeschlossen werden und müsste auf Anhieb funktionieren. Sollte dies nicht der Fall sein, stehen in vielen Fällen Fire­walls im Weg. Hier muss die VoIP-Telefonie oftmals freigeschaltet werden und den Verbindungen über eine Quality-of-Service-Einstellung, kurz QoS, eine Priorisierung und minimale Bandbreite zugeordnet werden. In der Regel genügen hier 100 KB/s pro Nummer beziehungsweise Leitung.

Was die Gesprächsqualität betrifft, gibt es nichts zu meckern. Sowohl bei eingehenden als auch bei ausgehenden Anruf liess die Übertragung via Sipcall keine Wünsche offen, und auch irgendwelche Störgeräusche waren keine feststellbar. Unter dem Strich liessen sich bei der Sprachqualität keine Unterschiede zu den VoIP-Lösungen von weiteren Mitbewerbern ausmachen, deren Lösungen beim Test parallel zur Verfügung standen.
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