Intel Compute Stick: Der Computer für die Jackentasche im Test
Quelle: Intel

Intel Compute Stick: Der Computer für die Jackentasche im Test

Intel hat eine neue Generation von Compute Sticks auf den Markt gebracht. "Swiss IT Magazine" hat eines dieser neuen Modelle auf Herz und Nieren getestet.
13. Juli 2016

     

Dass die neueste Generation der Compute Sticks so einiges draufhat, liess Intel schon im Rahmen seiner Präsentation in Zürich durchblicken, als man das Game GTA V über einen Compute Stick in Bestauflösung, mit etwas zusätzlicher Unterstützung von einem zusätzlichen Computer, auf einem 4K-UHD-Fernseher laufen und spielen liess (Swiss IT Magazine berichtete). Trotzdem wollte es sich "Swiss IT Magazine" nicht nehmen lassen, den neuesten Compute Stick aus dem Hause Intel, den STK2M3W64CC, auf Herz und Nieren zu testen. Der 114x38x12 Millimeter grosse und ohne Zubehör 65 Gramm schwere Mini Computer verfügt über einen Intel Core M3 Prozessor, 64 GB internen Speicher und 4 GB RAM. Der Speicher kann über einen MicroSD-Slot um insgesamt 128 GB erweitert werden. Zudem kommt das Gerät von Intel mit dem WLAN-Standard 802.11ac und Bluetooth 4.2. Im Stick selbst findet sich ein USB-3.0-Port. Zwei weitere USB-3.0-Ports gibt es zudem im Stromadapter. Bei der Version, die uns zum Test zur Verfügung stand, war zudem Windows 10 vorinstalliert.

Stromadapter nötig

Um dem Compute Stick Leben einzuhauchen, sind ein Monitor, Beamer oder Fernseher mit einem freien HDMI- sowie ein Strom-Anschluss nötig. Zudem empfiehlt es sich für das erstmalige Einrichten eine Maus und eine Tastatur mit USB-Anschluss bereitzuhalten, da zumindest bei unserem Test das erstmalige Einrichten mit einer Bluetooth-Tatstatur nicht funktioniert hat. Maus und Tastatur sind übrigens im Lieferumfang nicht enthalten, im Gegensatz zum von uns als sehr steiff empfundenen Verbindungskabel sowie dem dazugehörigenen, eher klobigen Stromadapter. So wiegt der Stick inklusive Stromversorgung etwas mehr als 300 Gramm und passt eher in eine Jacken- anstatt in eine Hosentasche. Netter Zusatz, der im Lieferumfang des STK2M3W64CC enthalten ist, sind diverse internationale Stromstecker, die leicht auf den Adapter montiert werden können. Der Nutzung des Mini Computers rund um den Erdball steht also nichts im Wege.

Leise Lüftung

Im Test hat der Compute Stick auf einem rund fünf Jahre alten Samsung-TV sowie einem aktuellen Acer-Monitor ohne Probleme gestartet und auch das erstmalige Einrichten auf dem Fernseher war, abgesehen von der wie erwähnt fehlenden Bluetooth-Erkennung der Tastatur, sehr einfach und konnte innerhalb von wenigen Minuten abgeschlossen werden. Und mit Hilfe der Windows-Einstellungen hat dann auch die schlussendliche Einrichtung unserer Bluetooth-Tastatur geklappt. Internetseiten sowie Streaming-Inhalte wie diverse Youtube-Videos auch in Full HD und 4K-Auflösung vermochte der Stick ohne zu ruckeln oder zu stocken wiederzugeben, und selbst das Abspielen von Film-Trailern auf Apple.com, was nur mit dem Ressourcenfresser Quicktime möglich ist, meisterte der Mini Computer problemlos. Und wie schon bei der offiziellen Intel-Präsentation war auch der Spiele-Test mit einem heruntergeladenen Steam-Mini-Game ohne nerviges ruckeln und mit anständiger Auflösung möglich. Die Systembenotung des "Win Experience Index", welcher für den Test heruntergeladen wurde und der die Leistung eines Rechners unter Windows einstuft, liegt bei der guten Note 6,5 (auf einer Skala von 1,0 bis 9,9).


Ein Negativpunkt, der uns bei der aktiven Nutzung des Mini-Computers auffiel ist, dass das Intel-Gerät sehr schnell warm, teilweise sogar unangenehm heiss wird. Umso überraschender mag es erscheinen, dass die Lüftung, die gemäss Intel im Stick integriert ist, zu keinem Zeitpunkt auffällig laut oder gar störend gewesen wäre. Gegenüber den Vorgängermodellen, bei denen die laute Lüftung oftmals kritisiert wurde, ist dies ein echter Fortschritt.

Fazit

Für einen Preis von rund 430 Franken ist der STK2M3W64CC Compute Stick von Intel sicherlich nicht ganz günstig. Und auch wenn die neueste Generation dieses Mini-Computers grosse Fortschritte gegenüber den älteren Modellen (eine erste Generation haben wir vor Jahresfrist getestet) gemacht hat, ersetzt der Stick-PC einen richtigen Heimcomputer noch nicht zu hundert Prozent. Wer jedoch aufgrund seines Berufes viel an Meetings ist und mit Powerpoint-Präsentationen arbeitet, für den dürfte der Stick in Kombination mit einem Bluetooth-Eingabegerät eine Alternative zum Laptop darstellen. Bei der Präsentation von Intel in Zürich erklärte zudem ein anwesender Intel-Mitarbeiter, dass er den Stick gerne in die Ferien mitnimmt, da er ganz einfach im Hotelzimmer den Stick im TV einstecken und die Fotos des Tages anschauen kann und im Falle von regnerischen Ferien auch das Streamen von Netflix-Angeboten kein Problem sei. Einzige Voraussetzung dafür ist ein stabiles WLAN, aber das liegt wiederum nicht am Intel-Stick. (asp)


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